Vorab das Wichtigste
- Die Cannabis Luftfeuchtigkeit beeinflusst wichtige Aspekte beim Grow wie Wachstum, Stoffwechsel und den Ertrag direkt.
- Zu hohe Luftfeuchtigkeit erhöht das Risiko für Schimmel und Mehltau
- Die Pflanze benötigt unterschiedliche Luftfeuchtigkeitswerte, je nach Lebensphase.
- Auch bei der Trocknung ist der Wert der Luftfeuchte entscheidend für Aroma und Qualität.
- Beim Cannabis Fermentieren spielt die Luftfeuchtigkeit ebenfalls eine zentrale Rolle.
- Klare Richtwerte helfen, typische Fehler im Homegrow zu vermeiden.

Die passende Cannabis Luftfeuchtigkeit kennen und einsetzen
Wer Cannabis anbaut, beschäftigt sich meistens mit den augenscheinlich notwendigen Elementen wie Licht, Erde, Nährstoffen und Wasser. Die Luftfeuchtigkeit wird dabei oft unterschätzt, obwohl sie ein essenzieller Faktor ist, mit dem man sich auseinandersetzen solle. Denn die Cannabis Luftfeuchtigkeit entscheidet darüber, wie gut die Pflanzen Wasser aufnehmen, wie stabil sie wachsen und wie hoch das Risiko für Krankheiten ist.
Viele Grower merken erst, dass mit den Pflanzen etwas nicht stimmt, wenn Blätter schlaff werden, die Spitzen der Blätter „verbrennen“ oder sich plötzlich Schimmel zeigt. Spätestens dann beginnt man, die verschiedenen Werte zu kontrollieren und genauer hinzuschauen. Doch die Empfehlungen fallen oft unterschiedlich aus und sorgen dabei oft für Verunsicherung.
Mit diesem Text geben wir dir Handlungssicherheit durch klare, realistische Richtwerte für jede Phase, die sich im Homegrow bewährt haben. Jeder Grow liefert neue Erfahrungen und Kenntnisse. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Kontrolle und Verständnis.
Warum ist Luftfeuchtigkeit beim Cannabis Grow so entscheidend?
DDie Cannabispflanze reguliert ihren Wasserhaushalt über ihre Blätter. Über sogenannte Spaltöffnungen an den Blättern gibt die Pflanze ständig Wasser in Form von Verdunstung an die Umgebung ab. Dieser Prozess ist ein zentraler Motor für den Nährstofftransport. Die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung beeinflusst dabei, wie intensiv dieser abläuft.
Ist die Luft zu trocken, verdunstet zu viel Wasser. Die Pflanze gerät dann unter Stress und schließt ihre Spaltöffnungen zum Selbstschutz. Das Ergebnis ist, dass sich das Wachstum verlangsamt. Ist die Luft zu feucht, verdunstet zu wenig Wasser. Die Pflanze wird anfällig für Schimmel, wie beispielsweise Budrot und Pilze.
Die richtige Luftfeuchtigkeit der Umgebung sorgt für ein stabiles Gleichgewicht. Genau dieses Gleichgewicht verändert sich je nach Wachstumsphase.

Die Luftfeuchtigkeit beim Cannabis Grow wird mit einem digitalen Kombi-Hygrometer gemessen, das sowohl Luftfeuchtigkeit als auch Temperatur anzeigt. Für realistische Werte wird das Gerät am besten auf Höhe der Pflanzenspitzen im Growzelt, möglichst mittig im Raum und außerhalb direkter Luftströme platziert, um realistische Werte zu erhalten.
Cannabis Luftfeuchtigkeit Tabelle nach Wachstumsphase
JDie folgenden Richtwerte gelten für den klassischen Indoor-Homegrow. Im Outdoor-Grow kann die Cannabis Luftfeuchtigkeit nicht beeinflusst werden und ist abhängig vom jeweiligen Klima.
Keimungsphase und Stecklingen
- Luftfeuchtigkeit: ca. 65 bis 75 Prozent
- Junge Pflanzen haben kaum Wurzeln oder sehr dünne und nehmen Wasser hauptsächlich über die Blätter auf
- Zu trockene Luft führt schnell zu Wachstumsstopp
Vegetative Phase
- Luftfeuchtigkeit: ca. 55 bis 65 Prozent
- In dieser Phase braucht die Pflanze einen Luftfeuchtigkeitswert, der den natürlichen Wasser- und Nährstofftransport über die Blätter ermöglicht.
- Zu hohe Werte erhöhen das Risiko für Mehltau
Blütephase
- Luftfeuchtigkeit: ca. 40 bis 50 Prozent
- Mit zunehmender Blütendichte steigt die Schimmelgefahr in den Blüten
- Spätestens ab der zweiten Hälfte der Blütephase sollte die Luftfeuchtigkeit eher im unteren Bereich liegen
Späte Blüte
- Luftfeuchtigkeit: ca. 35 bis 45 Prozent
- Dichte Buds brauchen trockene, gut zirkulierende Luft
- Zu hohe Luftfeuchtigkeit ist hier einer der häufigsten Fehler im Homegrow.
Diese Cannabis Luftfeuchtigkeit Tabelle dient der Orientierung. Je nach Anzahl und Größe der Pflanzen, kann der Wert leicht! abweichen.
Cannabis Luftfeuchtigkeit Tabelle
| Phase | Ideale Luftfeuchtigkeit | Kurze Einordnung |
|---|---|---|
| Keimung & Sämlinge | 65–75 % | Jungpflanzen nehmen Wasser hauptsächlich über die Blätter auf |
| Vegetative Phase | 55–65 % | Unterstützt Blattwachstum und Nährstofftransport |
| Frühe Blüte | 45–55 % | Erste Blütenbildung, Schimmelrisiko beginnt zu steigen |
| Späte Blüte | 35–45 % | Dichte Buds, niedrige Luftfeuchte reduziert Schimmelgefahr |
| Trocknung | 50–60 % | Langsame, gleichmäßige Trocknung für Aroma und Qualität |
| Fermentation | 58–62 % | Optimale Reifung in luftdichten Gläsern |
Typische Fehler bei falscher Cannabis Luftfeuchtigkeit
Seit der Teillegalisierung gibt es nur zwei legale Wege, an Cannabis zu kommen: Eigenanbau oder der Erwerb über einen CaWeicht die Cannabis Luftfeuchtigkeit über längere Zeit von den empfohlenen Werten ab, kann sich das negativ auf das natürliche Gleichgewicht auswirken. Je nachdem, ob die Luftfeuchte zu hoch oder zu niedrig ist, zeigen sich unterschiedliche, aber gut erkennbare Probleme.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit
Ist die Umgebungsluft dauerhaft zu hoch, kann überschüssige Feuchtigkeit weder über die Blätter noch aus den Blüten ausreichend entweichen. Die Pflanze trocknet nach dem Gießen oder Sprühen nur langsam ab, wodurch sich ein feuchtwarmes Klima bildet.
Die Entstehung von Schimmel in den Blüten wird dadurch begünstigt, besonders bei dichten Buds in der späten Blüte. Auch Mehltau auf den Blättern kann häufiger auftreten, vor allem bei unzureichender Luftzirkulation. Die Blüten wirken weich oder schwammig und im Growzelt entsteht oft ein muffiger, unangenehmer Geruch.
Zu niedrige Luftfeuchtigkeit
Aber auch das Gegenteil von zu trockener Luft ist schwierig und kein optimaler Zustand, denn dann verliert die Pflanze über die Blätter zu schnell Wasser. Um sich selbst vor weiterem Wasserverlust zu schützen, fährt sie wichtige Prozesse herunter.
Die Blätter hängen oder rollen sich ein, obwohl ausreichend gegossen wird. Das Wachstum verlangsamt sich, während der Wasserverbrauch steigt. Trotz korrekter Bewässerung und Nährstoffversorgung zeigen sich Stressreaktionen, weil die Pflanze mit der trockenen Umgebungsluft nicht zurechtkommt.
Viele Probleme werden fälschlicherweise auf Nährstoffmangel oder ‑überschuss geschoben, obwohl die Ursache eigentlich bei der Cannabis Luftfeuchtigkeit liegt.
Wie kann man die Luftfeuchtigkeit im Grow erhöhen?
Gerade im Winter oder bei einem starken Abluftsystem kann die Luft schnell zu trocken werden. Um die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung zu erhöhen, helfen ein paar einfache Maßnahmen:
- Luftbefeuchter im Raum oder direkt im Zelt
- Offene Wasserschalen als kurzfristige Lösung
- Reduzierung der Abluftleistung
Wenn du in deinem Grow etwas verändern möchtest, ist es wichtig, diese Veränderungen langsam vorzunehmen. Extreme Sprünge können der Pflanze mehr schaden, als sie nutzen.
Ist die Luftfeuchtigkeit im Zelt zu hoch, solltest du zunächst alle vorhandenen Öffnungen nutzen. Viele Growzelte verfügen über zusätzliche Lüftungs- oder Zuluftöffnungen, die genau dafür gedacht sind, überschüssige Feuchtigkeit entweichen zu lassen und den Luftaustausch zu verbessern.
Wie lange muss man Cannabis zum Trocknen aufhängen?
Der Grow der Pflanzen dauert einige Wochen und verlangt vom Grower oder der Growerin einiges an Zeit, Wissen und auch Geld. Daher sollte man auch nach der Ernte sensibel vorgehen, um eine qualitativ hochwertige Ernte zu erhalten. Denn beim Cannabis trocknen entscheidet die Luftfeuchtigkeit über Qualität, Geschmack und Wirkung.
- Zu schnelles Trocknen zerstört die wichtigen Terpene. Zu langsames Trocknen erhöht das Schimmelrisiko.
- Dauer der Trockungsphase: meist 7 bis 14 Tage
- Ziel ist ein langsamer, gleichmäßiger Trocknungsprozess

Cannabis trocknen Luftfeuchtigkeit: die idealen Werte
Die empfohlene Luftfeuchtigkeit zum Cannabis trocknen liegt bei:
- ca. 50 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit
- idealerweise zwischen 16 und 20 Grad Temperatur
Diese Kombination sorgt dafür, dass das Wasser aus dem Blüteninneren langsam nach außen dringen kann. Das Ergebnis sind aromatischere Buds und ein angenehmeres Rauchverhalten.
Bei welcher Luftfeuchtigkeit schimmelt Cannabis?
Schimmel entsteht vor allem dann, wenn Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Kritisch wird es:
- wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 65 Prozent liegt
- die Luft schlecht, bis gar nicht zirkuliert
- bei dichten Blüten
Besonders in der späten Blüte und beim Trocknen ist daher Vorsicht geboten. Die Cannabis Luftfeuchtigkeit sollte hier immer kontrolliert werden.
Cannabis fermentieren: die Luftfeuchtigkeit richtig steuern
Nach dem Trocknen folgt die Fermentation, oft auch als Curing bezeichnet. Hier reift das Cannabis nach und der Geschmack und die Wirkung entwickeln sich noch einmal richtig gut.
Die Luftfeuchtigkeit beim Cannabis fermentieren liegt idealerweise bei ca. 58 bis 62 Prozent in luftdichten Gläsern. Zu feuchte Buds führen zu Schimmel, zu trockene Buds verlieren Aroma. Ein Hygrometer im Fermentationsglas ist kein Luxus, sondern sollte Standard sein.
Warum konstante Werte wichtiger sind als Perfektion
Viele Grower machen den Fehler, ständig nachzujustieren. Dabei ist eine stabile Cannabis Luftfeuchtigkeit wichtiger als der perfekte Prozentwert. Schwankungen stressen die Pflanze mehr als leicht abweichende, aber konstante Bedingungen.
Deine Pflanzen zeigen dir sehr deutlich, ob sie sich wohlfühlen, oder ob etwas nicht passt. Beobachte sie und bleibe aufmerksam. Die richtige Cannabis Luftfeuchtigkeit lässt sich mit etwas Erfahrung und dem passenden Equipment gut kontrollieren.
FAQs
Welche Luftfeuchtigkeit braucht Cannabis im Growzelt?
Das hängt von der Phase ab. In der Keimung sollte die Luftfeuchtigkeit höher, in der Blüte deutlich niedriger sein. Eine Cannabis Luftfeuchtigkeit Tabelle hilft bei der Orientierung.
Kann man Cannabis auch bei hoher Luftfeuchtigkeit anbauen?
Kurzzeitig ja, dauerhaft erhöht das aber massiv das Risiko für Schimmel und Krankheiten.
Was ist wichtiger, Temperatur oder Luftfeuchtigkeit?
Beides ist gleich wichtig. Entscheidend ist das Zusammenspiel, nicht der einzelne Wert.
Warum riecht mein getrocknetes Cannabis nach Heu?
Der Grund für einen heuigen Geruch, liegt oft an zu schneller Trocknung oder an zu niedriger Luftfeuchtigkeit. Die Terpene konnten sich dadurch nicht richtig entwickeln.
Brauche ich wirklich ein Hygrometer?
Ja. Ohne Messung

Mila Grün ist Cannabis-Texterin und Content Creatorin mit einer großen Leidenschaft für die Aufklärung rund um Hanf. Aufgewachsen im ländlichen Bayern, stellte sie früh die gesellschaftlichen Doppelmoral im Umgang mit Cannabis infrage. Heute schreibt sie fundierte Inhalte zu Cannabismedizin, Konsumkultur und rechtlichen Entwicklungen – immer mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen und Wissen zugänglich zu machen

