In den letzten Wochen haben einige Mitglieder Mahnungen von uns erhalten. Das hat Fragen aufgeworfen und teilweise auch Verunsicherung. Mit dem Beitrag möchten wir erklären, warum wir den Schritt gehen, was das konkret bedeutet und was nicht.
Wo wir heute stehen
Mariana Cannabis ist kein Luftschloss. Wir haben mittlerweile das größte genehmigte Anbaucluster in Deutschland. Fast 100 eingetragene und rund 80 noch nicht eingetragene Vereine gehören zu unserem Netzwerk. Wir tragen aktiv zur deutschen Rechtsprechung bei und sind Teil davon, dass Cannabis Social Clubs ein fester Bestandteil der deutschen Cannabislandschaft werden.
Das solidarische Prinzip eines Cannabis Social Clubs
Die Infrastruktur, also Anbauanlagen, Genehmigungsverfahren, Personal und Verwaltung, wird von den Mitgliedern finanziert. Nicht irgendwann, sondern von Anfang an. Ohne Vorleistungen gäbe es später nichts abzugeben. So funktioniert ein Verein normalerweise. So sieht es auch das Konsumcannabisgesetz (KCanG) vor.
Das Fairness-Problem
Die meisten von uns haben zwei Jahre lang Beiträge gezahlt. Wir haben mitgeholfen, Lizenzen beantragt, Anlagen geplant und bürokratische Hürden überwunden. Wir haben auf uns vertraut und gemeinsam angepackt, bevor es etwas Greifbares gab.
Und wir haben ein Risiko getragen. Auch jetzt noch!
Denn es war keineswegs sicher, dass Cannabis Social Clubs in Deutschland funktionieren würden. Oder dass unser Gesamtvereinsmodell funktioniert. Es hätte auch anders kommen können: Lizenzen hätten abgelehnt werden können, das Gesetz hätte gekippt werden können, die Rechtsprechung hätte sich gegen uns entwickeln können. Wer von Anfang an dabei war, hat das gewusst und trotzdem gezahlt. Nicht weil es eine sichere Sache war, sondern weil wir an die Idee geglaubt und sie mitgetragen haben. Wir haben Jahrzehnte auf die Legalisierung gewartet, dann helfen wir auch gerne noch 2 oder 3 Jahre beim Aufbau der Clubs, die dann sogar uns gehören.
Jetzt, wo die ersten Lizenzen da sind, wo das Cluster genehmigt ist, wo es wirklich losgeht, wäre es den Mitgliedern gegenüber, die das Risiko mitgetragen haben, zutiefst unfair, wenn plötzlich auch diejenigen profitieren, die nie gezahlt haben.
Wir kennen den Gedanken: „Ich zahle erst, wenn es Cannabis gibt.“ Wir verstehen ihn sogar. Aber er bedeutet im Klartext: Ich lasse andere das Risiko tragen, und wenn es klappt, steige ich ein. Wenn nicht, bin ich fein raus.
Das ist nicht solidarisch.
Wer abwartet, bis alles in trockenen Tüchern ist, profitiert von denen, die aufgebaut haben. Wer erst zahlt, wenn die Lizenzen erteilt sind und die Rechtslage geklärt ist, lässt andere die Last und das Risiko tragen. Das geht nicht.
Warum versendet Mariana Cannabis überhaupt Mahnungen?
Erstens planen wir unsere gesamte Infrastruktur auf Basis der Mitgliederzahlen. Wenn ein CSC 500 Mitglieder hat, bauen wir eine Anbauanlage für 500 Menschen. Mitglieder, die nur auf dem Papier existieren, verzerren unsere Planung massiv. Wir müssen also wissen: Wer ist wirklich dabei und wer nicht?
Einfaches Nachfragen hat nicht immer funktioniert.
Bis August 2025 wurden monatlich Rechnungen und Community Briefe verschickt, mit der Bitte um Zahlung oder zumindest um eine Rückmeldung. Manchmal kam keine Reaktion. Wir wussten nicht: Will das Mitglied noch dabei sein? Hat es nur vergessen?
Die Alternative wäre gewesen, alle Nichtzahler kommentarlos zu löschen. Das wollten wir nicht, denn dabei wären auch Menschen unter die Räder gekommen, die eigentlich bleiben wollen.
Die Mahnungen sind kein erster Schritt. Sie sind ein letzter. Und sie funktionieren: Wir bekommen endlich die Rückmeldungen, die wir brauchen.
Unsere klaren Regeln
Um das unmissverständlich zu sagen: Mitglieder ohne nachweisbare Aktivität werden ohne weitere Kosten aus dem System und der Mitgliedschaft gestrichen.
Konkret bedeutet das:
Wer keine Aktivität aufweist und angibt, sich nicht selbst angemeldet zu haben, wird ohne weitere Kosten vollständig aus dem System entfernt. Das war auch in der Vergangenheit schon so, wenn sich Betroffene bei uns gemeldet haben. Das Einzige, was wir aus buchhalterischen Gründen nicht löschen können, sind stornierte Rechnungen. Sie bleiben dokumentiert, haben aber keine weiteren Konsequenzen.
Bei Mitgliedern, deren Mitgliedschaft durch frühere Beitragszahlungen oder andere Aktivität eindeutig nachweisbar ist, sind wir als Verein verpflichtet, die Beiträge entsprechend unserer Satzung einzufordern.
Kulanz bei Härtefällen
Wir wissen, dass manche Mitglieder sich mit einem hohen Monatsbeitrag angemeldet haben, zum Beispiel 400 Euro, und dann zwei Jahre nicht gezahlt haben. Da sammelt sich ein erheblicher Betrag an. Wir wissen auch, dass wir selbst davon ausgegangen sind, schneller Cannabis abgeben zu können. Das hat länger gedauert als gedacht, für uns alle.
Deshalb reduzieren wir in solchen Fällen aus Kulanz die offenen Beiträge nachträglich auf einen niedrigeren Betrag. Wer in eine solche Situation geraten ist, soll sich bei unserem Support melden. Wir finden eine faire Lösung.
Warum wir manchmal um eine Anzeige bitten
In Fällen, in denen jemand angibt, ohne eigenes Zutun angemeldet worden zu sein, bitten wir um eine Anzeige bei der Polizei.
Nicht, um jemandem Schwierigkeiten zu machen. Sondern weil uns durch solche Vorfälle, ob sie nun auf Identitätsdiebstahl, Missbrauch oder Verwechslungen zurückgehen, ein erheblicher Aufwand und Imageschaden entsteht.
Die Zahl solcher Fälle hält sich in Grenzen. Aber selbst 20 sind zu viele und sollen natürlich auch aufgeklärt werden.
Unser Versprechen
Wir alle können Fehler machen. Wir sind nicht perfekt, und bei 3.000 E-Mails allein in der letzten Woche darf man nicht vergessen:
Mariana Cannabis ist ein Community-Projekt. Im Support arbeiten teilweise auch Ehrenamtliche. Unsere Ressourcen fließen in den Anbau und die Anbauimmobilien, nicht in ein zehnköpfiges Support-Team, das bei dem aktuellen Aufkommen eigentlich nötig wäre.
Es tut uns leid, wenn es zu Missverständnissen oder Problemen gekommen ist. Wir bitten um Verständnis.
Was wir versprechen können: Wir prüfen jeden Fall gründlich.
Wer Fragen zu seiner Mitgliedschaft oder einer Mahnung hat, soll sich bei unserem Support melden. Manchmal dauert es etwas länger, aber wir antworten.
Cannabis Social Clubs funktionieren nur, wenn wir als Gemeinschaft zusammenstehen. Danke an alle, die von Anfang an dabei waren, das Risiko mitgetragen haben und uns bis hierhin begleitet haben. Und danke an alle, die jetzt dazukommen wollen. Viele CSCs sind zwar schon voll, aber in manchen gibt es noch Platz für neue Mitglieder

Nils, 28 Jahre alt, ist gelernter Koch und hat Forstwirtschaft studiert. Er ist ein leidenschaftlicher Botaniker, der Herausforderungen liebt und gerne groß denkt. Immer offen für neue und kreative Wege, ist er der treibende Kopf und Hauptinitiator des Mariana Cannabis Projekts.


